Von der "Kuhrinne" zur "Lebensader"

Der Ems-Jade-Kanal verbindet Emden mit Wilhelmshaven. Am heutigen Mittwoch vor 125 Jahren wurde er eingeweiht. Otto von Bismarck hatte seine ganz eigene Meinung von dem Kanal.

Kanalbau mit Spaten und Muskelkraft: Aufräumarbeiten im Nordgeorgsfehnkanal bei Marcardsmoor. Der Kanal mündet in den Ems-Jade-Kanal und diente der für die Moorkolonien wichtigen Entwässerung der Moorgebiete. Foto: NLWKN

Ostfriesland. Wegen einer solchen "Kuhrinne" wolle er sich nicht ins unwirtliche Ostfriesland begeben, soll Otto von Bismarck gesagt haben. Gemeint hat der damalige deutsche Reichskanzler den Ems-Jade-Kanal, der am 5. Juni 1888 eingeweiht wurde. Aus der Kuhrinne ist mit den Jahren Ostfrieslands "Lebensader" geworden.

Die politische Lage verändert sich in Ostfriesland zur Zeit des Kanalbaus mehrfach. Nachdem man lange Zeit zu Preußen gehört hat, fällt die Region per Beschluss des Wiener Kongresses 1815 ans Königreich Hannover. Besonders glücklich sind die Ostfriesen mit dieser Lösung nicht. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, weswegen viele beschließen, in die USA auszuwandern.

Nach der Annektion Hannovers ist Ostfriesland seit 1866 wieder preußisch. Die Vorzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung sind günstig. Preußen hat vom Großherzogtum Oldenburg am Jadebusen ein Stückchen Marschland erworben, auf dem 1869 der Militärstützpunkt Wilhelmshaven entsteht. Eine Verbindung mit Ostfriesland auf dem Wasserwege bis zum Emder Hafen ist strategisch wie wirtschaftlich gleichermaßen sinnvoll, beispielsweise um den Transport von Kohle aus dem Ruhrgebiet oder Steinen aus emsländischen Ziegeleien sicherzustellen.

 

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Emder Zeitung vom 5. Juni.

05.06.2013, 05:00 Uhr