Sieben Inseln sind sich einig: Keine Kohlekraftwerke!

Vor allem geplante Standorte in Emden und Eemshaven werden kritisiert.

Borkum. Die sieben ostfriesischen Inseln wollen den an der Küste geplanten Bau neuer Kohlekraftwerke verhindern.

In einer gemeinsam verfassten Resolution an die Landes- und Bundesregierung haben die Bürgermeister aus Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge gestern ihren Widerstand angekündigt. An der Küste sind mit Rückendeckung der Landesregierung mehrere neue Kohlekraftwerke vorgesehen. In Wilhelmshaven gab der Stadtrat bereits grünes Licht. In Emden plant das dänische Staatsunternehmen DONG Energy eine 800 Megawatt-Anlage, gegen die sich bereits eine Bürgerinitiative formiert. Auch im niederländischen Eemshaven sollen Kohlekraftwerke entstehen.

Die Bürgermeister wehren sich vor allem gegen Standorte in Emden und Eemshaven. Der zumeist süd-südwestliche Wind werde die Emissionen der Kraftwerke direkt in Richtung der Inseln treiben, fürchten die Unterzeichner der Resolution. Das bedrohe die Attraktivität der Inseln als Tourismusziel und gefährde tausende Arbeitsplätze, für deren Fortbestand „saubere Luft, sauberes Wasser und eine intakte Umwelt” unerlässlich seien.

„Die Insulaner können ohne diese Güter nicht existieren”, hieß es in einem neunseitigen Schreiben. Darin werden Land und Bund auch dazu aufgerufen, sich auf niederländischer Seite gegen den Bau in Eemshaven einzusetzen. Komme es dennoch zu den geplanten Errichtungen der Werke, seien Einbußen im Tourismus die klare Folge.

Außerdem argumentieren die Bürgermeister, dass das Renommee der ostfriesischen Halbinsel als Modellregion für erneuerbare Energien auf dem Spiel stehe. „Der zusätzliche Betrieb von Kohlekraftwerken zur Verstromung von Kohle in dieser Region wäre eine rückwärts gerichtete Technologie, die dem Ruf der Region sehr schaden würde”, schreiben die Vertreter der Inseln und verweisen auf das Ziel der Bundesregierung, den C02-Ausstoß künftig drastisch zu reduzieren.

Ähnlich hatte sich auch die Emder Stadtverwaltung positioniert. Oberbürgermeister Alwin Brinkmann unterstrich Emdens Rolle im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Stadtwerke Emden und zuletzt auch die Industrie- und Handelskammer bezogen Stellung gegen ein Kohlekraftwerk in Emden. Dieses passe nicht ins Konzept.

dpa/axl

09.04.2008, 11:43 Uhr