Plätze frei für Studium mit „Job-Garantie”

FH-Präsidentin wirbt für technische Studiengänge. Fachbereiche Soziale Arbeit und Gesundheit sowie Wirtschaft sind überlaufen.

Von EZ-Redakteurin

JANINE SCHALLER

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Emden. Ein Großteil der Studiengänge im Fachbereich Technik an der Fachhochschule Emden/ Leer könnte noch mehr Studienplatzbewerber gebrauchen. Darauf hat FH-Präsidentin Professor Dr. Dorothea Hegele in einem Gespräch mit der Emder Zeitung hingewiesen. „Das Glas ist erst dreiviertel voll, wir hätten es gerne ganz voll”, sagte Hegele.
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Die FH-Präsidentin wirbt zurzeit intensiv für ein Studium an der FH. „Wir haben ein gutes Angebot. Und wir leben in dieser Region von der Technik, unsere Absolventen werden gebraucht”, sagte Hegele. Wer ein technisches Studium an der Fachhochschule absolviere, habe in der Regel schon vor dem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche - ein Studium mit „Job-Garantie” also.

Während einige der technischen Studiengänge bereits ausgebucht sind - zum Beispiel Energie-Effizienz und Medieninformatik - gibt es ein paar „Sorgenkinder”. Hegele: „Dazu gehört zum Beispiel die Photonik, also die Lasertechnik. Dabei ist das ein Forschungsschwerpunkt unserer Hochschule, in den viele Fördergelder geflossen sind.” Es werde inzwischen überlegt, den Studiengang umzubenennen. „Viele haben keine Vorstellung davon, was Photonik eigentlich ist. Dabei wird sie in vielen Bereichen benötigt.” So bezeichnet die FH die Photonik in ihrer Information zum Studiengang als „Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts”. Entsprechend ausgezeichnet seien die beruflichen Perspektiven in Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Fertigung oder Service und Vertrieb.

Trotz der teilweise schwachen Nachfrage will die FH nicht allein auf Studiengänge setzen, die im Trend liegen. Hegele: „Wir werden auch Neues anbieten wie IT-Sicherheit oder eine Kombination aus Technik, Vertrieb und Marketing.” Ein solides Basiswissen, zum Beispiel in Physik und Mathematik, sei aber nach wie vor wichtig. „Man sollte gute Kenntnisse haben, bevor man sich spezialisiert.”

Einen regelrechten Ansturm hat die FH in Leer auf ihren neuen Studiengang Schiffs- und Reedereimanagement erlebt. Hegele: „Wir hatten 240 Bewerbungen, können aber nur mit 70 von ihnen starten.” Und auch die Studiengänge in den Fachbereichen Soziale Arbeit und Gesundheit sowie Wirtschaft sind regelrecht überlaufen. über 4000 Bewerber gibt es dabei. Wie viele von ihnen dann tatsächlich an der FH Emden/ Leer studieren, sei allerdings noch nicht klar. Hegele: „Viele bewerben sich ja doppelt. Und wenn sie einen Studienplatz in Nordrhein-Westfalen bekommen, wo es keine Studiengebühren gibt, kommen sie nicht zu uns.”

21.07.2010, 17:55 Uhr