Moschee soll Ort des Dialogs und der Integration sein

Türkisch Islamische Gemeinde zu Emden weihte gestern ihr Gemeindehaus mit Gebetsraum ein.

Von EZ-Redakteurin

JANINE SCHALLER

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Emden. Nicht nur als Ort der Ausübung der Religion, sondern auch als Ort des Dialogs und der Integration ist gestern die Emder Moschee am Hauptbahnhof eingeweiht worden. Das betonten durchweg alle Redner der gut anderthalb Stunden dauernden offiziellen Eröffnung, zu der nicht nur geladene Gäste, sondern auch viele interessierte Bürger gekommen waren.

Der Imam (Vorbeter) der Gemeinde, Ismail Gökoluk, sagte, es sei wichtig, dass kommuniziert und ein guter Umgang miteinander gepflegt wird. „Das ist ein langwieriger Prozess, und wir müssen uns alle dabei anstrengen. Albert Einstein sagte, das ist schwieriger, als ein Atom zu spalten.” Seine Erfahrungen, die der aus der Türkei gesandte Imam drei Jahre lang in einer türkischen Gemeinde in Schüttorf gemacht hat, seien jedoch sehr positiv gewesen.


Toleranz und Akzeptanz


Als historischen Augenblick wertete Dr. Detlef Klahr die Einweihung. „Es ist die erste Moschee in dieser Hafenstadt und auch innerhalb Ostfrieslands. Und wir können sagen: Wir sind dabei gewesen”, sagte der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland. Der Anfang einer lebendigen und guten Beziehung sei mit der Einladung der Bevölkerung zur Feierstunde bereits gemacht worden. „Begegnungen schaffen Verständnis. Und wir sollten einander nicht nur tolerieren, sondern auch akzeptieren.”

Abdou Ouedraogo, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Emden und Gemeindemitglied, bat den Imam dafür zu sorgen, dass sich alle rund 1300 Emder Muslime mit ihren unterschiedlichen Traditionen mit der Moschee identifizieren können. Zudem sollte die Gemeinde auch in der Emder Bevölkerung positiv gesehen werden.

Die Sorge vor einer Spaltung der Emder Muslime versuchte Mehmet Günet auszuräumen. Der aus Köln angereiste Vertreter des Dachverbandes Türkisch-Islamische Union, zu dem die Türkisch Islamische Gemeinde zu Emden gehört, sagte: „Unsere Gemeinden sind demokratisch organisiert. Sie wählen ihren Vorstand selbst.” Zwar vertrete der Verband hauptsächlich türkisch stämmige Migranten, aber zunehmend auch andere Nationen. Zudem seien die Gemeinden offen für den interreligiösen Dialog. „Es ist wichtig, dass auch Schulklassen kommen, um mit dem Imam über aktuelle Themen zu diskutieren.”

Die herzliche Atmosphäre bei der Moschee-Einweihung verglich Bürgermeisterin Andrea Risius mit ihren Besuchen in der Türkei. Die Gemeinde sei in Emden sehr willkommen. „Emden ist immer eine offene Stadt gewesen”, sagte Risius.

Für jeden zu jeder Zeit offen sei die Emder Moschee auch in Zukunft, sagte Senol Sahinler, Vorsitzender Gemeinde. Die Emder Gemeinde habe sich auf die Fahnen geschrieben, den Islam in Emden zu vertreten und den Dialog voranzutreiben. „Sie soll eine Bereicherung für Emden sein. Lassen Sie uns gemeinsam für ein besseres Zusammenleben arbeiten.”

04.10.2009, 18:51 Uhr