Emden will sich ein Rederecht bei ThyssenKrupp kaufen

Rat und Verwaltung wollen eine Aktie erwerben / Der Ton wird schärfer

Für die Rettung des Emder Standorts von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) geht die Stadt einen ungewöhnlichen Weg. Foto: dpa

Emden. Für die Rettung des Emder Standorts von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) geht die Stadt einen ungewöhnlichen Weg: Rat und Verwaltung planen, eine ThyssenKrupp-Aktie zu kaufen, um bei der Hauptversammlung des Weltkonzerns im Januar ein Rederecht zu erhalten.

Dort will Oberbürgermeister Bernd Bornemann dann gegen das geplante Aus der Niederlassung und den damit verbundenden Verlust von rund 220 Emder Arbeitsplätzen protestieren

Einen entsprechenden Beschluss soll der Rat heute Abend fassen. Ein finanzielles Risiko geht die Stadt damit nicht ein: Eine Aktie der ThyssenKrupp AG ist derzeit für 50 Euro zu haben.

Mit dem Aktien-Kauf soll ein „Beitrag zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen von TKMS” geleistet werden, heißt es in der Ratsvorlage. In dem Papier wird TKMS ungewöhnlich scharf kritisiert. Dort ist die Rede von einer „Farce”, „systematischem Arbeitsplatzabbau” und dem „völligen Ignorieren” des Zukunftsvertrags Nordseewerke.

07.12.2017, 00:15 Uhr
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