Einzigartige Seekarten in der a Lasco Bibliothek

Michael Recke präsentiert ab Donnerstag die Ausstellung „Seekarten der Nord- und Ostsee” in Emden.

Von EZ-Mitarbeiter

TIM BOELMANN



Emden. Seekarten waren bei den Kapitänen nicht sehr beliebt. Das hat Michael Recke bei der Vorstellung seiner Ausstellung „Seekarten der Nord- und Ostsee” gestern festgestellt. Ab Donnerstag präsentiert Recke, der Lehrer an der Herrentor-Realschule ist, in der Johannes a Lasco Bibliothek rund 70 Seekarten, kostbare Seeatlanten, gedruckte Segelanweisungen und Lehrbücher für Seefahrer.

Die Geschichte der Seekarten reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damals nutzen die Seefahrer nur geschriebene Segelanweisungen - ohne Abbildungen. Ab 1550 wurden Segelhandbücher immer beliebter, bevor sie Mitte des 17. Jahrhunderts von Seeatlanten abgelöst wurden. Recke: „Früher bevorzugten Seeleute Texte und keine Karten.” Das blieb noch so bis ins 19. Jahrhundert hinein.

Viele Karten, die ab Donnerstag zu sehen sind, sind äußerst selten und werden zum ersten Mal präsentiert. Die Karten aus der Sammlung von Michael Recke wurden durch Leihgaben der Bibliotheken aus Berlin, Oldenburg, Göttingen, Aurich und Emden ergänzt.

Ein besonderes Schmuckstück der Schau ist eine Ostfrieslandkarte von Lucas-Jansz Waghenaer aus dem Jahre 1584. Recke: „Das ist mein größter Schatz.” Reckes Sammelleidenschaft begann mit einem Stadtplan von Emden. Das war vor 35 Jahren.


Eine Seekarte „English Channel” war bei den damaligen Kapitänen besonders beliebt. Auch sie wird in der Ausstellung zu sehen sein. Die Karte zeigt eine bedeutende Seeroute. Auf ihr verzeichnet sind die Häfen London, Amsterdam und Hamburg.

Seekarten eignen sich als gute Geldanlage, hob Recke hervor: „Früher musste man rund 20 Deutsche Mark für so eine Karte ausgeben, heute das 20-fache”. Doch der Wert als solches ist bei Recke nicht nur von Interesse, es kommt ihm auf die Geschichte einer Karte an. Der Vergleich von Karten gibt beispielsweise Auskunft, welche kulturellen oder geografischen Entwicklungen stattgefunden haben.

Gerne hätte Michael Recke eine Karte aus dem Jahr 1642 gezeigt. „Von dieser Karte träume ich”, gesteht er. Es ist die Seekarte von Martin Faber über die Emsmündung, die fast nie in einem Atlanten erschienen ist. Die Karte befand sich einmal in Privatbesitz des Bibliotheksdirektors Walter Schulz. Doch er tauschte diese Rarität mit einem anderen Sammler, sagte Recke.




E Die Ausstellung wird am Donnerstag um 19.30 Uhr eröffnet. Die Ausstellung kann ab dem 11. April zu den regulären Öffnungszeiten der a Lasco Bibliothek besucht werden. Sie endet am 18. Mai.

 

09.04.2008, 11:43 Uhr