Eine Brücke unter der Brücke

Aluminium-Bauwerk schafft Verbindung über das Hinter Tief für den Radweg zwischen Conrebbersweg und Harsweg. Mitte April soll der Weg fertig sein.

Blick aus Richtung Auricher Straße: Das erste Teilstück der Fahrradbrücke über das Hinter Tief ist justiert. Foto: Wilken

Emden. Einen Radweg, der von einer Autobahnbrücke überdacht wird, dürfte es nicht allzu häufig geben. Eine Fahrradbrücke unter einer Autobahnbrücke wohl noch viel seltener. Doch genau das ist seit Dienstag in Emden der Fall. Für die neue Strecke zwischen den Stadtteilen Conrebbersweg und Harsweg, die künftig vom Sielweg direkt zur Auricher Straße führt (wir berichteten), wurden die beiden Ufer des Hinter Tiefs nun mit einer Aluminiumbrücke verbunden.

Das erste Teilstück der insgesamt 30 Meter langen und mattgrau beschichteten Fachwerktrogbrücke landete gegen 11 Uhr mit dem Schwimmponton der Emder Firma J.u.H. van der Linde unter der A 31 an. Auf diesem Wege sollten später auch die beiden übrigen Segmente von ihrer Zwischenlagerstätte an der Alten Molkerei herübergebracht werden.

"Hergestellt wurde die Brücke in Süddeutschland, in der Nähe des Bodensees", berichtete Bauleiter Rainer Speckels vom Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE). Und so waren neben den van-der-Linde-Mitarbeitern und einem Ulferts-Spezialkran auch drei Mann von der Brückenbau-Firma Glück aus Engen/Welschingen im Einsatz, um die Segmente passgenau auf die Widerlager und Mittelstützen zu setzen. "Diese Firma hat eine Menge Erfahrungen und gute Referenzen im Aluminiumbrückenbau", sagte Speckels. "Und hier ging es darum, eine möglichst leichtgewichtige Lösung zu finden."

Der Firmen-Referenzkarte im Internet zufolge handelt es sich um die erste "Glück-Brücke" im ostfriesischen Raum. "Ich gehe mal davon aus, dass sie uns auch Glück bringen wird", kommentierte Speckels diesen Umstand. Davon zeigte sich der SPD-Ratsherr und Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Conrebbersweg, Heinz Gosciniak, schon gestern überzeugt. "Der Bau des Radwegs ist bereits vor Jahren vom damaligen Vorsitzenden Richard Janssen angeregt worden", sagte Gosciniak. Jetzt habe es endlich geklappt. "Das ist eine große Bereicherung für alle, die nach Harsweg zum Einkaufen radeln, aber auch für die Schüler und für die Radtouristen aus der Krummhörn."

Der 2,50 Meter breite Radweg wurde vergangene Woche asphaltiert. 2,50 Meter beträgt auch die Mindestdurchfahrthöhe der Brücke für Sportboote. "Als nächstes stehen weitere Erdarbeiten an, und die LED-Beleuchtung wird komplettiert", sagte Speckels. Mitte April soll der Weg fertig sein.

Für das Projekt sind 520 000 Euro eingeplant, 230 000 Euro allein für die Brücke. 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten werden über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gefördert.

13.03.2013, 11:08 Uhr