Das Zentralklinikum ist gescheitert

62 Prozent aller Wähler stimmten am Sonntag in Emden gegen den Bau eines Zentralklinikums in Georgsheil. Oberbürgermeister Bernd Bornemann lehnt Rücktrittsforderungen ab.

So haben die Stadt Emden und der Kreis Aurich abgestimmt:

Emden. Das Zentralklinikum in Georgsheil ist gescheitert. Die Mehrheit der Emder Wähler stimmte am Sonntag mit "JA" - und damit für den dauerhaften Erhalt der alten Kliniken in Emden, Aurich und Norden. Im Landkreis Aurich dagegen gab es am Sonntagabend einen knappen Sieg der Befürworter. Nach der Auszählung der 40 Wahlbezirke liegen die Klinik-Befürworter mit 54,5 Prozent der Stimmen vorne. Oberbürgermeister Bernd Bornemann nannte das Ergebnis in einer ersten Stellungnahme "enttäuschen und frustrierend"; hier habe das Bauchgefühl über die Fakten gesiegt.

Rücktrittsforderungen, wie sie immer wieder einmal laut wurden, lehnt er ab: "Meine Amtszeit geht bis 2019."

Die Wahlbeteiligung liegt in Emden bei knapp 44 Prozent, im Landkreis Aurich sind es fast 50 Prozent. Der Bürgerentscheid ist gültig, weil die Klinik-Gegner in Emden wie Aurich die Mindeststimmenzahl erreicht haben.

Die Trägergesellschaft, die eigens für den Bau einer Zentralklinik gegründet worden war, will das Projekt nun aufgeben. Das hatte sie bereits vor dem Bürgerentscheid für den Fall einer Niederlage angekündigt. Weitere mögliche Szenarien: Verstärkte Kooperation zwischen den Kliniken, eventuell auch eine Privatisierung. Der Bau einer Zentralklinik ist innerhalb der zweijährigen Bindungsfrist nach gängiger Meinung auch für einen privaten Betreiber ausgeschlossen. Doch was danach kommt, ist ungewiss.

Der Tag des Bürgerentscheides zum Nachlesen in unserem Live-Ticker.

Zum Statement von Oberbürgermeister Bernd Bornemann:

11.06.2017, 22:40 Uhr
Über den Autor
Stefan Bergmann Chefredakteur bei der EZ seit: 2014