Bitte keine Waffeleisen aus Ostfriesland...

Die Ems-Achse lädt heute zum Parlamentarischen Abend in Hannover. Ministerpräsident Stephan Weil ist dabei. Er soll: Besser zuhören.

Lobbyisten für Ems und Ostfriesland auf dem Weg nach Hannover: Bernard Krone, Westfalenbahn-Geschäftsführer Thomas Kopp und Dirk Lüerßen. Foto: Stefan Bergmann

Emden/Hannover. Ein Sonderzug rollt aus Emden nach Hannover. Im Gepäck haben die Fahrgäste konkrete Wünsche an die Landespolitik. Besser zuhören, Gleichbehandlung mit anderen Regionen und schnellere Prozesse.

Bernard Krone, Unternehmer aus Spelle und Chef der Ems-Achse - einem Verbund von Unternehmen und Institutionen entlang der Ems - ist so etwas wie der Chef-Werber für die Region. Fachkräfte fehlen, die Aufmerksamkeit der Landesregierung - „und dafür lassen wir uns auch gerne verstärkt in die Pflicht nehmen“, sagt er. Die bisherigen Werbemaßnahmen helfen da kaum. „Ein Waffeleisen mit Ostfriesland-Motiv holt keine einzige Fachkraft zu uns“, sagt Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Ems-Achse. Ein solches Waffeleisen war jüngst von einem Unternehmenvorgestellt und beworfen worden.

Planungsprozesse dauerten viel zu lange, jüngstes Beispiel sei die sogenannte „Wunderlinie“, eine Bahnstrecke zwischen Groningen und Oldenburg/Bremen. Krone: „Selbst die Niederländer wollen hier in Deutschland darin investieren. Dann müssen Land und Bund sich jetzt auch endlich einmal dazu äußern!“

Die Ems-Achse fordert eine Gleichbehandlung der Regionen in Niedersachsen. Etwas neidisch blickt sie auf die „Metropolregion“Bremen/Oldenburg, die Jahr für Jahr extra-Geld aus Hannover bekommt. Südniedersachsen wird zurzeit auch besonders gefördert, doch im Nordwesten fehle weiterhin die Verlässlichkeit, wann welches Projekt wiegefördert werde. Krone: „Natürlich geht es uns gut. Aber wir müssen daran arbeiten, dass es so bleibt.“ Der Parlamentarische Abend dürfte spannend werden. 40 Mitglieder des Landesparlaments haben sich angekündigt, dazu einige Staatssekretäre und Minister.

13.09.2018, 17:37 Uhr
Über den Autor
Stefan Bergmann Chefredakteur bei der EZ seit: 2014