3000 Kilometer mit dem Rad für Krebskranke

Der Westfale Oliver Trelenberg fährt als Botschafter für den Verein "Engel mit Herz" 57 Tage lang durch Deutschland und machte jetzt Station in Emden.

Oliver Trelenberg machte mit seiner Aktion Station in Emden. Foto: Tammen

Emden. Eine Krebsdiagnose kann eine Welt zusammenbrechen lassen und das Gefühl der Bodenlosigkeit vermitteln. Doch es geht auch anders. Der aus Hagen in Westfalen stammende Oliver Trelenberg, der an Kehlkopfkrebs erkrankte, nahm sich seines Lebens an und fand einen neuen Weg – das „Radeln“.

In seinem aktuellen Projekt fährt er als Botschafter für den Verein Engel mit Herz e. V. gut 3000 Kilometer durch Deutschland. Gestartet ist er am 17. Mai in Basel. Seine 57-tägige Reise führt ihn im Bogen von Westfalen entlang der Ems und der Küste bis nach Bautzen mit dem Ziel Dresden. Am frühen Mittwochabend hatte Trelenberg sein nächstes Etappenziel erreicht: Emden. Hier machte er auch einen Tag Pause bevor es weiterging über Greetsiel nach Marienhafe.

Durch seine Radtour als Botschafter des Vereins macht er auf das Thema Armut durch Krebs und die durch Frühverrentung entstandenen finanziellen Notlagen aufmerksam. „Ich bin selber durch Depressionen und die Krebserkrankung in ein Loch gefallen. Das Thema Armut durch Frühverrentung betrifft mich“, betonte Trelenberg im Gespräch mit der Emder Zeitung. Mittellosen Krebspatienten eine kurze Auszeit von den alltäglichen Sorgen und Ängsten zu nehmen, ist das Ziel des Projektes. Hierfür steht ein ehemaliges Pfarrhaus in Riepe-Ochtelbur zur Verfügung. Aber auch während der Reise entstehen neue Möglichkeiten. So will bislang mindestens ein Hotelier ebenfalls einen Patienten für eine Woche aufnehmen.

Trelenbergs Tagestouren sind je nach Zielort zwischen 50 und 70 Kilometer lang. Unterwegs trifft er viele Menschen und es entwickeln sich interessante Gespräche. „Ich suche das Gespräch und rege zum Nachdenken an. Wenn nur einer täglich am Ende sagt, da spende ich einen kleinen Beitrag, war es wieder ein erfolgreicher Tag“, sagt Trelenberg.

Finanziert wird die Tour durch zwei größere Spenden. Was am Ende davon nicht verbraucht wurde, fließt laut Trelenberg ebenfalls in den Spendentopf.

Informationen zum Projekt und zum Verein bietet die Homepage www.oli-radelt.de

09.06.2016, 15:34 Uhr
Über den Autor
Jens Tammen Volontär Redaktion bei der EZ seit: 2015