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Pariser Notre-Dame

Nach Brand: Pläne für die Wiederherstellung der Notre-Dame

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte dazu auf, für den Wiederaufbau zu spenden. In Frankreich gibt es bereits Unterstützer.

Paris. Bei einem Feuer am Montagabend ist die Pariser Kathedrale Notre-Dame stark beschädigt worden. Mittlerweile wurden die Flammen gelöscht. Drei Menschen wurden bei den Löscharbeiten verletzt. Frankreichs Präsident Macron kündigte an, das Wahrzeichen wieder aufbauen zu wollen. Auch Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief zur Unterstützung auf.

Eine internationale Geberkonferenz soll nach dem Brand Geld für den angestrebten Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag verkündete die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, über ihren Twitter-Account. Sie wolle die Spenderkonferenz im Rathaus von Paris veranstalten, um die notwendigen Mittel für den Wiederaufbau der Kathedrale zusammenzubekommen. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", sagte Staatschef Emmanuel Macron am späten Montagabend. "Denn das ist es, was die Franzosen erwarten." Erste Großspender können Hidalgo und Macron bereits auf der Haben-Seite buchen: Die Familie des französischen Unternehmers und Milliardärs Bernard Arnault kündigte über Arnaults Luxuslabel LVMH an, sich mit 200 Millionen Euro an der Rekonstruktion beteiligen zu wollen. Zuvor hatte bereits die französische Milliardärsfamilie Pinault 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau versprochen. Die superreichen Franzosen Arnault und Pinault sind als Kunstliebhaber, Mäzene und Konkurrenten bekannt.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Bürger Deutschlands und Europas dazu auf, den Wiederaufbau der Kathedrale zu unterstützen. „Es ist nicht nur ein großes Bauwerk, es ist ein großes europäisches Wahrzeichen, Wahrzeichen europäischer Kultur und ein wichtiges Dokument europäischer Geschichte“, sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin. „Frankreich ist in dieser Stunde nicht allein. Die Franzosen sind uns Europäern in dieser Stunde besonders nahe.“ Die Bilder des Brandes ließen niemanden in Europa unberührt, sagte der Bundespräsident. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigt sich tief bestürzt. „Dieser verheerende Brand inmitten der Karwoche erfüllt die Christenheit mit Schmerz, er traf ein Pariser Wahrzeichen von höchstem symbolischen Wert für alle Franzosen, eine Herzkammer unserer gemeinsamen europäischen Kultur“, schrieb der CDU-Politiker an den Präsidenten der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand.

Nach dem Brand von Notre-Dame in Paris läuteten an diesem Dienstag um 12 Uhr die Glocken des Kölner Doms als Zeichen der Solidarität. „Unseren französischen Freunden gilt unser tiefstes Mitgefühl“, erklärte Dompropst Gerd Bachner in Köln. Notre-Dame stehe genauso symbolisch für Frankreich wie der Kölner Dom für Deutschland. „Deshalb schmerzen uns in Köln die schrecklichen Bilder der brennenden Kathedrale ganz besonders. Das Feuer trifft auch unsere Herzen.“

Nachdem am Dienstag bekannt gegeben wurde, dass das Feuer vollständig gelöscht sei, beginnt nun die Phase der Begutachtung. Eine große Herausforderung für die Arbeiten sei die Sicherung der Kunstschätze gewesen. Nach dem Einsturz des Spitzturms, der sich im Zentrum des Mittelschiffs befand, seien Leute aus dem Inneren der Kirche zurückgezogen worden. Dort sei dann ein Roboter eingesetzt worden. Bei dem Brand sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Feuerwehr mit.

Die Kathedrale wird derzeit für rund 60 Millionen Euro aufwändig renoviert. Nach Angaben der Feuerwehr könnte der Brand mit den Arbeiten zusammenhängen. Die Polizei gab zunächst keine Informationen über den Zwischenfall bekannt. Der Direktor des Gotteshauses sieht keine Sicherheitsmängel beim Brandschutz. Es gebe etwa Brandaufseher, die drei Mal täglich den Dachstuhl prüfen, sagte Patrick Chauvet dem Sender France Inter. "Ich denke, dass man nicht mehr machen kann." Aber es gebe natürlich immer Vorfälle, die man so nicht habe vorhersagen könne. Man müsse nun prüfen was passiert sei - er wisse es noch nicht.

Die frühgotische Pariser Bischofskirche Notre-Dame ist ein Wahrzeichen von Paris. Vielen gilt sie als Inbegriff von Frankreichs Kathedralen. Sie liegt exponiert auf der Seine-Insel Ile de la Cite im historischen Zentrum und wird pro Jahr von rund 12 bis 14 Millionen Menschen besucht.

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