Kultur

Britische Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher gestorben

Mainz/London (dpa) – Die britische Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher («Die Muschelsucher») ist tot. Das teilte das ZDF, das viele ihrer Bücher verfilmt hatte, am Donnerstag mit. Pilcher starb demnach am Mittwochabend in Dundee in Schottland.

Der Produzent der Pilcher-Filme, Michael Smeaton, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Schriftstellerin in Folge eines Schlaganfalls gestorben sei.

Die Britin war mit ihren Romanen eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Ihre Bücher waren die Grundlage von etlichen Filmen, die regelmäßig Millionen Fernsehzuschauer vor die Bildschirme lockten,

ganz besonders in Deutschland.

«Über den plötzlichen Tod von Rosamunde Pilcher bin ich sehr bestürzt und traurig», erklärte Smeaton. «Noch in der vergangenen Woche haben wir miteinander telefoniert, sie machte Scherze, und ich hatte den Eindruck, dass es ihr gut geht.» Nach 25 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit werde sie ihm fehlen.

Zuvor hatte der britische «Guardian» den Tod gemeldet. Die Zeitung zitierte den Sohn Robin Pilcher mit den Worten, seine Mutter habe sich bis Weihnachten in großartiger Verfassung befunden, im neuen Jahr aber eine Bronchitis bekommen. Am Sonntagabend habe sie einen Schlaganfall erlitten und seitdem nicht mehr das Bewusstsein erlangt.

Der Sohn, der ebenfalls Schriftsteller ist, beschrieb sie als «eine wundervolle, eher alternativ denkende Mutter». Sie habe das Leben vieler Menschen aller Altersgruppen berührt – «nicht nur durch ihr Schreiben, sondern auch durch persönliche Freundschaften».

In keinem anderen Land war Pilcher so bekannt wie in Deutschland. Zu verdanken hat sie das wohl auch dem ZDF, das mit mehr als 100 auf Pilcher-Geschichten basierenden, herzerwärmenden 90-Minuten-Filmen eines der erfolgreichsten Formate des deutschen Fernsehens geschaffen hat. Die Filme schauen regelmäßig mehr als fünf Millionen Zuschauer.

Rosamunde Pilchers Geschichten entstanden am Küchentisch und erschienen in Frauenzeitschriften. «Ich habe mir nie vorstellen können, dass das ein Erfolg würde», erzählte sie einst. «Ich habe einfach Kurzgeschichten geschrieben, weil ich das geliebt habe.»

Pilcher hatte sich schon als Jugendliche an schriftstellerischen Werken versucht, mit 18 hatte sie ihre erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Ihren letzten Roman veröffentlichte sie im Jahr 2000.

Erst 13 Jahre davor hatte Pilcher mit «Die Muschelsucher» (Originaltitel: «The Shell Seekers») ihren Durchbruch gefeiert. Darin erzählt sie die Geschichte der ältesten Tochter eines Künstlers, die herausfindet, dass die Gemälde ihres Vaters ein kleines Vermögen wert sind. Das Werk, das schließlich auch zur Grundlage eines Pilcher-Films wurde, war bereits Pilchers 14. Roman, geschrieben im Alter von 63 Jahren.

Das ZDF würdigte Pilcher als «eine der großen populären Erzählerinnen unserer Zeit». Die Pilcher-Filme gehörten zu den erfolgreichsten Literaturverfilmungen im deutschen Fernsehen, erklärte Programmdirektor Norbert Himmler. «Ihre gefühlvoll-heiteren und lebensweisen Geschichten haben Millionen von Leserinnen und Lesern und unzählige Zuschauerinnen und Zuschauer im ZDF-«Herzkino» begeistert, dessen Bild sie seit bald drei Jahrzehnten geprägt hat.»

Am Sonntag (10. Februar) zeigt das ZDF um 20.15 Uhr die Erstausstrahlung «Rosamunde Pilcher: Die Braut meines Bruders» und wiederholt am Samstag ab 12.15 Uhr «Rosamunde Pilcher: Die Muschelsucher».

Rosamunde Pilcher hat vier Kinder groß gezogen. Für ihr Werk wurde sie mehrmals ausgezeichnet, unter anderem 1998 mit der Goldenen Kamera.

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