Sport
EM-Qualifikation

DFB-Frauen siegen mit Blitztor und Problemen in Montenegro

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wirft in Montenegro zahlreiche junge Wilde ins kalte Wasser. Zufrieden ist sie mit Deutschlands Fußballerinnen trotz des ungefährdeten Sieges gegen eine Mauer-Mannschaft nicht.

Bundestrainerin

Podgorica (dpa) - Da hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch einiges aufzuarbeiten. Nur mit mächtig Mühe nahm das stark verjüngte deutsche Frauenfußball-Nationalteam in Montenegro die nächste Hürde in der EM-Qualifikation.

Die DFB-Auswahl siegte ohne zahlreiche Stammkräfte mit 3:0 (2:0). «Wir wissen alle, dass es kein gutes Spiel von uns war», sagte Voss-Tecklenburg nach dem Abpfiff. «Wir haben viel zu wenig gute Lösungen gefunden und viel zu viele technische Fehler gemacht.»

Den Führungstreffer vor leeren Rängen in Podgorica erzielte die Frankfurterin Laura Freigang bereits nach 69 Sekunden. «Wir haben uns echt schwer getan, Lösungen zu finden», räumte auch Regisseurin Dzsenifer Marozsan nach ihrem 100. Länderspiel ein.

Für die weiteren Tore sorgten Chelsea-Profi Melanie Leupolz (45.+1) und Sydney Lohmann (59.) vom FC Bayern München. In der Qualifikationsgruppe 1 ist dem Olympiasieger Platz eins oder zwei, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, auf dem Weg zur EM 2022 in England nicht mehr zu nehmen. Das Team von Voss-Tecklenburg führt die Tabelle mit einer makellosen Bilanz von nun sechs Siegen und 37:0-Toren an.

Einen zweistelligen Sieg wie im Hinspiel (10:0) im August 2019 verpassten die Gäste deutlich. Unter strengen Hygiene-Maßnahmen war die deutsche Mannschaft ins Corona-Risikogebiet Montenegro gereist.

Regisseurin Marozsan wurde zunächst geschont, kam aber in der 53. Minute und damit zu ihrem Festtag: Die 28 Jahre alte Spielmacherin von Olympique Lyon bestritt zehn Jahre nach ihrer Premiere ihr 100. Länderspiel. Nach dem früheren Führungstreffer fehlte dem DFB-Team gegen den defensiv eingestellten Gegner oft das Tempo und die Präzision im Angriff.

Im Vergleich zum 3:0 gegen Irland am Samstag zuvor in Essen schickte die 52 Jahre alte Voss-Tecklenburg eine fast komplett neue, im Schnitt nur 23,2 Jahre alte Startelf auf das Spielfeld. Nur Kapitänin Leupolz verblieb im Team. Tabea Waßmuth und Paulina Krumbiegel von der TSG 1899 Hoffenheim gaben dabei ihr Debüt. Die erst 19 Jahre alte Krumbiegel bot auf der linken Angriffsseite eine starke Partie und war an den beiden ersten Toren beteiligt. «Wir sind froh, dass wir die drei Punkte geholt haben, aber da ist auf jeden Fall noch sehr viel Luft nach oben», sagte Waßmuth.

Ein Kopfball an die Latte von Freigang (35.) - viel mehr brachten die Youngster nach dem Führungstor vor der Pause nicht zustande. Nach dem Wechsel brachten die eingewechselten Marozsan und Lina Magull vom FC Bayern etwas mehr Struktur ins Spiel. Freigang vergab kurz vor Schluss per Kopf noch eine ganz dicke Chance.

Voss-Tecklenburg hatte vorher betont, «dass wir auf die Zukunft setzen und die Jahre 2022, 23, 24 und 25 im Blick haben». Sie verzichtete wegen der Belastungssteuerung auf Kapitänin Alexandra Popp, Svenja Huth (beide VfL Wolfsburg) und Paris-Profi Sara Däbritz. Zudem fehlten die verletzten Bayern-Spielerinnen Lea Schüller und Giulia Gwinn.

© dpa-infocom, dpa:200922-99-667089/4

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