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Auf der Suche nach einer Nutzung


Von EZ-Redakteurin

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Emden. Was wird aus dem alten Zollspeicher am Eisenbahndock? Auf diese Frage haben die Eigentümer, der Emder Bauingenieur Paul Stein und der Emder Reeder Werner Bockstiegel, noch keine Antwort gefunden. Sie wollen, dass das denkmalgeschützte Gebäude wieder genutzt wird, doch bisher gibt es noch keinen Interessenten.

„Uns schwebt eine öffentliche Nutzung vor. Eine kulturelle Einrichtung wäre dort ideal”, sagte Stein auf Anfrage der Emder Zeitung. Auch eine Gaststätte kann er sich dort vorstellen: „Wir waren schon einmal auf einem guten Weg, doch jetzt sind wir leider wieder etwas davon entfernt.”

Ideen für eine Nutzung gibt es viele, wie beispielsweise ein Theater, eine Musikbühne, ein Museum oder eine Sportstätte: „Es wäre einfach schade, wenn in dieser Lage die öffentlichkeit keinen Zugang hätte. Drumherum entsteht ein großes Wohngebiet, aber die öffentlichkeit ist dort in weiten Teilen ausgeschlossen.”

Allerdings verlange ein Umbau auch erhebliche Investitionen. Die Außenmauern des denkmalgeschützten Gebäudes von 1850 müssen erhalten bleiben. Der Speicher wird seit Jahrzehnten als Lagerraum genutzt. Auch wurde einmal eine Zwischendecke eingezogen. Das Mauerwerk müsste saniert werden. Paul Stein: „In Großstädten wären solche Gebäude, vor allem wegen ihrer Lage am Wasser, sehr gefragt. Hier verhält es sich etwas anders.”

Den Speicher so umzubauen, dass dort exklusive Wohnungen entstehen, ist kein Modell, dass Stein bevorzugt. Das sei sehr aufwendig und sehr teuer. Außerdem würde damit die Chance genommen, dort ein neues Zentrum für alle entstehen zu lassen.

Emdens Oberbürgermeister Alwin Brinkmann sieht keine Möglichkeit der Stadt, sich in das Projekt Zollspeicher einzubringen. „Ich kenne bisher auch noch kein Konzept. Außerdem verhält es sich dort genauso wie beim Apollo-Theater. Die Stadt Emden hat zur Zeit und in den kommenden zehn Jahren kein Geld für solche Dinge.” Aufgrund des Einnahmerückgangs, vor allem bei der Gewerbesteuer, muss die Stadt Emden ihre Ausgaben reduzieren.

Stein und Bockstiegel haben direkt am Eisenbahndock 7500 Quadratmeter gekauft und dort ihr Wohnprojekt „Wohnen am Wasser” verwirklicht. Nach und nach entstanden dort Reihenhäuser und Eigentumswohnungen. Stein: „Das läuft sehr gut, alle 50 Wohneinheiten sind verkauft.”

Veröffentlicht am 29.07.2010.