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Bei über 1200 Emdern reicht der Lohn nicht für das Leben


Von EZ-Redakteur

JENS VOITEL

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Emden. über 1200 Emder sind trotz einer regulären Beschäftigung auf Hartz IV angewiesen, weil ihr Lohn fürs Leben nicht reicht. Diese Zahl geht aus einer Statistik der Agentur für Arbeit hervor, die der Emder Zeitung vorliegt. Danach liegt die Zahl der sogenannten Aufstocker im Jahresdurchschnitt bei 1158, das sind immerhin 27,2 Prozent aller erwerbsfähigen Hartz IV-Empfänger in der Stadt. Der Höchststand der Aufstocker war mit 1219 Betroffenen im August 2008 registriert worden, im Oktober des vergangenen Jahres - derzeit die letzte Berechnung - lag die Zahl bei 1165 Emdern.

Trotz Job Hartz IV - das trifft besonders auf derzeit 233 Emder zu. Sie erhalten zwar einen Bruttolohn von mehr als 800 Euro im Monat, sind somit aller Voraussicht nach Vollzeitbeschäftigte. Und dennoch reicht ihr Lohn nicht aus, um ohne die Hilfe des Staates über die Runden zu kommen.

Der Großteil der Aufstocker erhält allerdings für ihre Arbeit nur 400 Euro brutto oder weniger, gehört also in der Regel zu den sogenannten Mini-Jobbern. Das sind in Emden 742 Betroffene, was einen Anteil von 18 Prozent ausmacht. Zu den Aufstockern gehören auf der anderen Seite aber auch zwischen 40 und 50 Selbstständige, die sich zwar eine eigene kleine Existenz aufgebaut haben oder sich auf bauen wollen, wobei das Einkommen für die eigene Existenz noch nicht reicht. Auch sie werden zu den Emder Hartz IV-Empfängern gerechnet.

„Die Zahl der Aufstocker war zu Beginn der Hartz IV-Reform im Jahr 2007 noch deutlich höher, hat sich jetzt aber auf ein Niveau eingependelt”, sagte der Geschäftsführer der für die Emder Langzeitarbeitslosen zuständigen ARGE, Friedrich Weber. Er geht davon aus, dass sich daran in nächster Zeit auch nicht gravierend etwas ändern wird.

Nimmt man die Zahl der Aufstocker und die Zahl der derzeit in Maßnahmen der ARGE untergekommenen Hartz IV-Empfänger zusammen, lässt sich aus den Statistiken noch etwas anderes ablesen: über die Hälfte der Emder Hartz IV-Empfänger hat eigentlich eine Beschäftigung. Die einen allerdings schlecht bezahlt, die anderen ganz ohne Geld. Für ARGE-Chef Friedrich Weber ganz wichtig: „Viele Emder Langzeitarbeitslose arbeiten lieber für wenig Geld als vollständig auf Hartz IV angewiesen zu sein.”

Veröffentlicht am 10.03.2010.